Anleitung

Leinenkleid-Schnittmuster für den Sommer: Welcher Schnitt sich für den Einstieg eignet

· 6 Min. Lesezeit · Sewly Team

Ein Leinenkleid-Schnittmuster ist für die meisten das beste erste Kleiderprojekt: Leinen lässt sich flach bügeln, hält jeden Bruch, rutscht nicht unter dem Nähfuß weg und verzeiht auch mal einen minimal unregelmäßigen Saum. Dabei entscheidet die Schnittform viel stärker über den Schwierigkeitsgrad als die Marke des Schnittmusters. Lockere Etui- und Trapezkleider kommen ganz ohne Verschluss aus und sind an einem Nachmittag genäht; Wickelkleider ergänzen Bindebänder und ein paar zusätzliche Nähte; Maxikleider brauchen vor allem mehr Stoff. Dieser Leitfaden stellt die wichtigsten Leinenkleid-Formen vor, zeigt, worauf es an der Nähmaschine ankommt, und verlinkt die passenden PDF-Schnittmuster aus dem Sewly-Katalog.

Warum Leinen der dankbarste Kleiderstoff ist

Leinen ist eine Pflanzenfaser ohne eigene Dehnung – und genau das wünscht man sich beim Nähenlernen. Der Stoff bleibt dort liegen, wo du ihn feststeckst, Nähte lassen sich sauber auseinanderbügeln, und Absteppungen gelingen ohne Mühe. Mittelschweres Kleiderleinen mit etwa 180 bis 230 Gramm pro Quadratmeter ist der ideale Allrounder: leicht genug für einen schönen Fall und griffig genug, damit sich innen keine Nahtzugaben abzeichnen.

Zwei Dinge, die du vor dem Zuschnitt beachten solltest:

  • Vorwaschen. Leinen läuft bei der ersten Wäsche spürbar ein, meist um 3 bis 5 Prozent. Wasche und trockne die Meterware genau so, wie du später auch das fertige Kleid pflegen wirst, und bügle sie glatt, bevor du die Schnittteile auflegst.
  • Nähte versäubern. Leinen franst an den Schnittkanten aus. Ein Zickzackstich, eine Overlocknaht oder Französische Nähte sorgen dafür, dass das Kleid auch nach vielen Wäschen innen sauber bleibt.

Etui- und A-Linien-Kleider: Ohne Verschluss an einem Nachmittag

Wenn du noch nie ein Kleid genäht hast, starte mit einer ärmellosen A-Linie oder einem lockeren Shiftkleid. Diese Schnitte bestehen aus Vorderteil, Rückenteil sowie Belegen oder Schrägband an Hals- und Armausschnitten. Es gibt weder Reißverschluss noch Knopflöcher, und durch die umspielende Passform reicht ein Blick in die Größentabelle.

Für alle drei Modelle liefert ein mittelschweres Reinleinen oder ein Leinen-Baumwoll-Gemisch das schönste Ergebnis. Sehr dünnes Taschentuchleinen fällt in einer klaren A-Linie oft etwas zu schlaff.

Trägerkleider für den Sommer: Das zweite Projekt

Kleider mit Spaghettiträgern oder Karree-Ausschnitt sehen aufwendiger aus, als sie sind. Die Träger sind schmale verstürzte Stoffschläuche, und das Oberteil wird meist komplett gedoppelt oder mit einem breiten Beleg verstürzt, wodurch alle offenen Kanten unsichtbar verschwinden. Die einzige neue Technik ist die Taillennaht, an der das Oberteil auf den eingereihten oder ausgestellten Rock trifft.

Garngefärbtes Vichy-Leinen oder leichtes Sommerleinen passt hier perfekt. Da Träger und Oberteil klein sind, eignet sich dieser Schnitt auch wunderbar, um einen Stoffrest für das Mieder mit einem einfarbigen Leinen für den Rock zu kombinieren.

Wickelkleider: Ein Bindeband statt Reißverschluss

Ein Wickelkleid klingt nach Fortgeschrittenen-Projekt, ist aber sehr zugänglich konstruiert: Das Vorderteil überlappt sich und wird mit einem Band geschlossen – du musst also keinen Reißverschluss einnähen, und die Taillenweite passt sich beim Binden von selbst an. Etwas mehr Sorgfalt verlangen nur die langen, schräg verlaufenden Vorderkanten, die einen sauberen Beleg oder schmalen Saum bekommen.

Für Bischofsärmel sollte der Stoff weich fallen. Wähle ein leichteres Leinen um 150 bis 180 Gramm pro Quadratmeter, damit die Kräuselung an der Manschette geschmeidig fällt.

Cottagecore-Kleider und Puffärmel

Karree-Ausschnitte und Puffärmel machen den Cottagecore-Stil aus – und Leinen ist genau der Stoff, für den dieser Look gemacht ist. Diese Kleider verbinden den gekräuselten Rock eines Sommerkleids mit einem eingesetzten Ärmel; wenn du zuvor ein Trägerkleid genäht hast, ist nur noch der Ärmel neu.

Wie viel Leinen du kaufen solltest

Die Stoffbreite entscheidet über den Verbrauch; prüfe deshalb beim Kauf immer die Angabe am Ballen. Bei 140 cm breitem Leinen benötigt ein ärmelloses knielanges Kleid in Größe M etwa 1,6 bis 1,8 Meter. Ein Midikleid mit Ärmeln braucht 2,5 bis 3 Meter, ein bodenlanges Maxikleid 3 bis 3,5 Meter. Rechne bei Mustern mit Strichrichtung oder großen Karos etwa 10 Prozent Reserve dazu – und denke an das Einlaufen beim Vorwaschen.

Auf jeder Sewly-Schnittmusterseite findest du die vollständige Körpermaßtabelle: Miss vorab Brust, Taille und Hüfte und vergleiche deine Werte direkt mit der Tabelle.

Das Schnittmuster ausdrucken

Alle vorgestellten Kleider sind PDF-Schnittmuster zum Ausdrucken auf A4 oder US Letter; zusätzlich liegt eine A0-Datei für den Copyshop bei. Wenn du zum ersten Mal nach einem PDF-Schnitt nähst, lies vorab PDF-Schnittmuster zu Hause ausdrucken – der kurze Test mit dem Kontrollquadrat erspart dir jeden Fehlschnitt.

Wo du am besten anfängst

Nähe zuerst das schlichte Shiftkleid, selbst wenn dein eigentliches Ziel das Wickelkleid ist. Ein einziger Nachmittag mit einem unkomplizierten Schnitt zeigt dir, wie sich Leinen unter deiner Maschine verhält und wie die Sewly-Größentabelle an deinem Körper sitzt. Das zweite Kleid geht danach doppelt so schnell von der Hand. Stöbere durch alle über 60 Damenkleider im Sewly-Katalog oder vergleiche die Modelle direkt auf der Schnittmuster-Übersicht.

← Alle Artikel