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Hose mit Gummibund nähen: Schnittmuster für Anfänger

· 6 Min. Lesezeit · Sewly Team

Ein Schnittmuster für eine Hose mit Gummibund lässt alles weg, was beim Hosennähen am Anfang einschüchtert: Es gibt keinen Reißverschluss, keinen Hosenschlitz, keinen Formbund und kein Knopfloch. Übrig bleiben zwei Hosenbeine, eine Schrittnaht, ein Tunnelzug und ein Stück Gummiband – ein Projekt, das beim ersten Mal meist in zwei bis drei Stunden fertig ist. Die einzige wichtige Entscheidung ist die Größe, und die wählst du bei einer Gummibundhose nach deinem Hüftumfang, nicht nach der Taille. Dieser Leitfaden zeigt dir die besten Einsteigerschnitte von Sewly für Damen, Herren und Kinder sowie vier Handgriffe, mit denen der Bund genauso sauber aussieht, wie er sich trägt.

Warum Hosen mit Gummibund die einfachsten Hosen sind

Eine klassische Bundhose hat einen Reißverschlussschlitz, einen verstärkten Formbund, Haken oder Knopf, Abnäher und oft Leistentaschen. Eine Hose mit Gummibund verzichtet auf all das. Der Aufbau besteht aus sechs Schritten:

  1. Taschen in die Seitennähte einnähen, sofern der Schnitt welche hat.
  2. Innenbein- und Seitennähte beider Hosenbeine schließen.
  3. Ein Hosenbein in das andere stecken und die Schrittnaht in einem Zug durchsteppen.
  4. Die obere Kante zum Tunnel umschlagen und bis auf eine kleine Wendeöffnung absteppen.
  5. Gummiband einziehen, Enden zusammennähen, Öffnung schließen.
  6. Säumen.

Die einzige gebogene Naht ist die Schrittnaht, und die ist kurz. Alles andere sind gerade Strecken.

Damenschnittmuster für den Einstieg

  • Lockere Leinenhose mit Gummibund und Taschen ist der Klassiker: ein gerades Bein, das locker umspielt statt eng anzuliegen, Eingrifftaschen in der Seitennaht und ein schlichter Gummibund. Empfohlen werden Leinen oder Leinenmischgewebe.
  • Verkürzte Leinenhose mit Gummibund endet über dem Knöchel und kombiniert das Gummiband mit einem Bindeband, sodass sich die Taillenweite auch später noch regulieren lässt. Durch die 7/8-Länge passt der Schnitt ohne Längenänderung für viele Körpergrößen.
  • Minimalistische Damen-Leinenshorts mit Gummibund haben exakt denselben Aufbau, brauchen aber weniger als die Hälfte an Stoff. Wenn du noch nie eine Hose genäht hast, starte hier: Die Schrittnaht einer Shorts wird genauso genäht wie bei einer langen Hose, und ein Fehler kostet 60 cm Leinen statt anderthalb Meter.

Alle drei Schnitte sind von XS bis 5XL gradiert und enthalten eine eigene Datei pro Größe.

Ein Herrenschnittmuster

Die Locker geschnittene Herren-Leinenhose mit Gummibund hat einen Gummibund mit Kordelzug, Seitentaschen und eine bequeme Weite an Hüfte und Bein. Der Aufbau ist identisch mit den Damenhosen oben – wenn du also für deinen Partner oder für dich selbst nähst, ist das genau das passende Erstlingswerk. Größen XS bis 5XL; empfohlen werden Leinen, Leinenmischungen, Baumwollbatist, Chambray und leichter Twill.

Kinderschnittmuster

Kinderhosen mit Gummibund haben einen zusätzlichen Vorteil: Kinder können sie ohne Hilfe selbst an- und ausziehen. Zwei Modelle in den Größen 2Y bis 12Y:

Schnittteile für Kinder sind klein: Eine Shorts in Größe 4Y ist an einem Abend genäht und passt beim Ausdrucken auf wenige Seiten.

Die Größe nach dem Hüftumfang wählen

Bei einer Hose mit festem Bund gibt die Taille die Größe vor. Bei einem Gummibund nicht – denn das Gummiband zieht den Bund auf dein Taillenmaß zusammen. Entscheidend ist hier der Hüftumfang, also die stärkste Stelle unterhalb der Taille: Die Hose muss beim Anziehen ohne Reißverschluss über die Hüfte gleiten und darf im Sitzen nicht spannen.

Miss deinen Hüftumfang waagerecht und anliegend, vergleiche den Wert in Zentimetern oder Zoll mit der Größentabelle auf der Schnittmusterseite und wähle diese Größe. Wenn du zwischen zwei Größen liegst, nimm die größere; den Unterschied in der Taille fängt das Gummiband auf. Bei Kindern richtest du dich nach dem Brust- und Hüftmaß in der Tabelle statt nach dem Alter – und wählst im Zweifel eine Nummer größer und kürzt die Hosenbeine.

Das zweite Maß ist die Beinlänge. Bei einem geraden Hosenbein lässt sich die Länge vor dem Zuschnitt ganz leicht am Saum kürzen oder verlängern: Miss seitlich von der Taille bis zum Boden oder gib einfach ein paar Zentimeter mehr Saumzugabe zu und lege die endgültige Länge beim Anprobieren fest.

Der richtige Stoff

Alle oben genannten Schnitte sind für Leinen konzipiert, und die Alternativen sind auf den Schnittmusterseiten gleich: Leinen-Baumwoll-Mischungen für weniger Knitterfalten, Baumwollbatist und Chambray für leichte Sommerhosen oder leichter Twill für etwas mehr Stand. Für lange Hosen eignet sich mittelschweres Leinen mit etwa 180 bis 230 Gramm pro Quadratmeter, für Shorts darf es etwas leichter sein.

Wasche den Stoff vor dem Zuschneiden: Leinen läuft bei der ersten Wäsche um 3 bis 5 Prozent ein, und ein Gummibund rettet kein Hosenbein, das zu kurz geworden ist. Kaufe ein verdrehfestes gewebtes Gummiband in der Breite, für die der Tunnelzug des Schnittmusters gezeichnet ist – üblich sind 3 bis 4 cm bei Erwachsenenhosen und 2 bis 2,5 cm bei Kinderhosen.

Tunnelzug nähen und Gummiband einziehen

An dieser Stelle entscheidet sich, ob eine Anfängerhose selbstgemacht oder wie gekauft aussieht. Vier Gewohnheiten machen den Unterschied:

  • Schneide das Gummiband nach deinem Körper zu, nicht blind nach Tabelle. Lege es dort um deine Taille, wo die Hose sitzen soll, ziehe es so straff, dass es bequem hält, und gib 2 bis 3 cm zum Überlappen hinzu. Jedes Gummiband dehnt sich anders; die Längenangabe im Schnitt ist daher nur ein Richtwert.
  • Dehne den Stoff beim Nähen des Tunnels nicht. Bügle den Umschlag vor, stecke ihn fest und nähe den Tunnel ohne Zug am Stoff. Ein unter Spannung genähter Tunnel wirft später Wellen.
  • Lege die Enden flach übereinander, statt sie Stoß an Stoß zu nähen. Überlappe die beiden Enden des Gummibands um 2 bis 3 cm und steppe ein kleines Quadrat oder einen breiten Zickzackstich durch beide Lagen. Eine einfache Naht reißt in der Waschmaschine schnell auf.
  • Sichere das Gummiband gegen Verdrehen. Wenn die Einziehöffnung geschlossen ist, verteilst du die Mehrweite gleichmäßig und steppst links und rechts genau in der Seitennaht einmal senkrecht durch Bund und Gummi. So kann sich das Band im Tunnel niemals verdrehen.

Hat das Schnittmuster zusätzlich einen Kordelzug, nähst du das Bindeband zuerst und ziehst es zusammen mit dem Gummi oder durch einen separaten zweiten Tunnel ein. Zwei kleine Knopflöcher oder Ösen an der Vorderseite führen das Band nach außen.

Vor dem Ausdrucken

Alle vorgestellten Schnitte sind PDF-Schnittmuster für den Heimdrucker und enthalten zusätzlich eine A0-Datei für den Copyshop. Da Hosenbeine lang sind, lohnt sich der Blick auf die A0-Option – aber auch zu Hause hält sich die Seitenzahl in Grenzen, weil jede Größe als eigene Datei angelegt ist. Lies vor deinem ersten Ausdruck PDF-Schnittmuster zu Hause ausdrucken und miss das Kontrollquadrat nach: Eine mit 97 Prozent gedruckte Schrittkurve ergibt eine Hose, die nicht sitzt. Starte mit den Shorts und nähe am darauffolgenden Wochenende die lange Hose. Alle Hosen- und Shortsschnitte findest du im Sewly-Katalog und auf der Schnittmuster-Übersicht.

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